— von Annike Rabl

Montag, 21.10.2019

Berlin – Athen – Delphi

Am Montagmorgen trafen sich alle Griechen der 10. Klassedes Canisius Kollegs1 am Terminal C des Flughafens in Tegel, um den Flug nach Athen zu nehmen. Die Bordkarten waren verteilt und dann begann das große Bangen um die magische Grenze der 15 kg, um den Koffer aufgeben zu können. Als gepäcktechnisch alles geklärt war, ging es zügig durch die Sicherheitskontrolle. Die nächsten zwei Stunden verbrachten wir in der Wartehalle. Pünktlich befanden wir uns über Berlins morgendlichen Wolken, erschöpft von der interaktiven und mit Schauspielgesten untermalten Sicherheitseinweisung. Zwei Stunden später konnten wir im Sinkflug den Umriss Italiens und die weiten Wasserflächen des Mittelmeers bewundern. Nach der Landung empfing uns am Ausgang George, unserer Busfahrer für die nächsten Tage. Er sollte uns vom Athener Flughafen nach Delphi bringen. Langsam wurde es dunkler und es fühlte sich an, als wäre es spätabends, obwohl es erst 15Uhr MEZ war. Nach ungefähr einer Stunde Fahrzeit gab es an einer Autobahnraststätte einen fastfood-kulinarischen Zwischenstopp. Gestärkt brachen wir dann zur zweiten Etappe auf und fuhren, begleitet vom Licht der untergehenden Sonne, in Richtung Delphi. Im Hotel Lefas angekommen bezogen wir unsere Zimmer. Anschließend hatten wir erste Gelegenheit, um die kleine Stadt, die eigentlich nur aus zwei relativ großen Straßen besteht, zu erkunden und erste Einkäufe zu organisieren. Nachdem manche einen kleinen Fundus an Reiseutensilienerworben hatten, trafen wir uns im Hotel, um diesen ersten Tag gemeinsam zu beenden.

Dienstag, 22.10.2019
Delphi

Nach so viel Kultur und Vergangenheit – fanden wir – sollte der Schwerpunkt des Nachmittags bei Land und Leuten und den Schönheiten des Landes liegen. Wir kamen letztendlich auf die Idee, an den Strand zu fahren, der in unerreichbarer Nähe vor uns lag, und dort die Sonne zu genießen. Nach ein paar Kommunikationsschwierigkeiten konnten wir Jorge, unserem Busfahrer mehr oder weniger unmissverständlich sagen, dass er uns doch bitte nach dem Essen zum Strand fahren solle. Zuvor noch sind wir, jeder mit acht Euro ausgestattet, in einer kleinen Gruppe Pizza und Pita Brot essen gegangen. Um 15.00 Uhr brachte uns Jorge mit seinem Bus in 30 Minuten zu einem Steinstrand, wo wir uns dann gleich in die Fluten gestürzt haben. Später, nach ein bisschen Zeit und ein paar Fotosessions, kamen Frau Rabl und Herr Bunzel dann auf die Idee, dass wir uns ja alle ein Eis leisten könnten. Als große Gruppe machten wir uns auf den Weg durch den kleinen Ort, um eine nicht zu teure Eisdiele zu finden, das war nicht ganz einfach, wir waren aber erfolgreich. Um 18.30 Uhr sind wir dann wieder mit dem Bus zurück zu unserem Hotel in Delphi gefahren. Zum Abendessen wollten wir im passenden Outfit erscheinen, um 20.00 Uhr erschienen auch alle pünktlich. Als Abendessen wurde uns ein Drei-Gänge Menü serviert, das zur Vorspeise aus einem typisch griechischen Krautsalat bestand. Zum Hauptgang gab es Hähnchen mit Tomatensoße und zum krönenden Abschluss den berühmten griechischen Joghurt mit Honig. Nachdem sich alle satt gegessen hatten, gab es nochmal zwei Stunden Freizeit, die hauptsächlich daraus bestand, sich das kleine Dorf Delphi noch etwas genauer anzugucken und Wasser im Supermarkt zu kaufen. Einige trafen sich in einem kleinen Cafe und konnten dortein spannendes Fußballspiel mitverfolgen. Um 23.00 Uhr fielen dann alle, erschöpft von diesem anstrengendem, aber schönen ersten Tag in Griechenland, ins Bett.

Mittwoch, 23.10.2019
Hosios Loukas

An einem sonnigen Mittwoch – es war bei unserer Reise immer sonnig!– sind wir im Hotel Lefas in Delphi aufgewacht. Beim Frühstück mit dem traumhaften Panoramablick auf die Meeresbucht gab es hausgemachten Orangensaftund zahlreiche Sorten Müsli. Nach dem Frühstück haben wir zum ersten Mal auf dieser Griechenlandfahrt unsere Koffer gepackt und uns dann pünktlich um 8.30 Uhr mit George, unserem Busfahrer, getroffen. Mit ihm sind wir nun eine Dreiviertelstunde zum byzantinischen Kloster Hosios Lukas gefahren. Zum Einstieg gab es ein äußerst bereicherndes Referat über das Kloster. Gehalten wurde es an einem sonnigen Plätzchen mit Blick auf das Tal und das berühmte Kloster. Wir erfuhren manches über den Namenspatron des Klosters und die wichtigsten Daten seiner Geschichte. Natürlich bekamen wir auch die berühmten Mosaike und Fresken des orthodoxen Klosters während einer Führung erklärt. Ein Gruppenfoto noch und schon ging es weiter mit dem Bus in Richtung Hafen, um mit der Fähre – nicht über die spektakuläre Brücke – das griechische Festland zu verlassen und unsere Tour auf der Peloponnes fortzuführen. Dort angekommen haben wir in Patras zu Mittag gegessen. Wir konnten griechische Spezialitäten wie leckeres Gyros verkosten und stärkten uns für die kommende Busfahrt Richtung Olympia. Vor unserem Ziel haben wir dann noch einen Abstecher zum Meer unternommen, um unsere erste griechische Sandstranderfahrung zu machen. Nach zwei Stunden Spaß am Meer haben wir uns endgültig auf den Weg zum langersehnten Hotel in Olympia gemacht, wo wir nach kurzer Einweisung unsere echt luxuriösen Zimmer bezogen. Das Hotel Antonios hat eine sehr geräumige und fein dekorierte Lobby mit gutem WLAN-Anschluss. Das Zimmer hatte ein schönes Bad und sehr bequeme Betten.Das absolute Highlight war das hervorragende Dreigänge-Menu zum Abendessen, wo die griechische Mund-Art nochmals stark hervorschien: leckere Nudeln vorweg, zum Hauptgang köstlichen Reis mit kleinen Hühnchenkeulen und zum Abschluss einen hausgemachten Kuchen. Nach diesem wundervollen Abendessen haben wir den Ort Olympia mit seinen kleinen Läden und Restaurants durchwandert.

Epidaurus IMG 7346 photoEpidaurus, Stadion

Donnerstag 24.10.2019
Olympia

Am frühen Morgen trauten sich einige bereits um 7.00 Uhr in den sehr kalten Hotelpool, bevor wir uns, wie jeden Tag, um 8 Uhr zum Frühstück trafen. Es erwartete uns in Olympia eine prächtige erste Mahlzeit: Von Käse und Schinken über Rührei, bis hin zu selbstgemachten Kuchen und sogar Pancakes, gab es alles, was das Herz begehrt. Anschließend verstaute George, unser Busfahrer, das Gepäck im Bus und wir fuhren zum Heiligtum von Olympia. Dort angekommen, beeilten wir uns so schnell wie möglichzum antiken Olympiastadion zu kommen, damit wir in aller Ruhe ein kleines Wettrennen auf der 192,28 Meter langen Bahn veranstalten konnten. Die beiden Sieger wurden bei einer Siegerehrung jeweils mit der Bronzestatur eines griechischen Diskuswerfers geehrt. Danach hörten wir von zwei Mitschülern ein interessantes Referat über die Olympischen Spiele, das Stadion und das Heiligtum, bei dem wir viel lernten. Zum Beispiel, dass auch Kaiser Nero einst beiden Spielen teilnahm, allerdings in einem Wagenrennen, in dem außer ihm kein anderer starten durfte.Und obwohl er sogar aus seinem Wagen gefallen sein soll, ließ er sich anschließend als Olympiasieger feiern. Nachdem Vortrag hatten wir zwei Stunden Zeit, auf eigene Faust, das Ausgrabungsgelände zu besichtigen. Der folgende Museumsbesuch verhalf uns zu einem besseren Überblick; zudem konnten wir dort beeindruckende Funde, wie Helme,Gewichte oder Opfergaben bestaunen. Zur Mittagszeit war shoppen in Olympia angesagt, bevor wir uns im Touris Club zum Mittagsessen trafen. Dort erwartete uns ein idyllischer Innenhof mit Pool und Palmen. Unter einem Vordach aßen wir Salat, Reis, Nudeln, Hähnchenkeulen, Pitas und vieles mehr. Gesättigt stiegen wir in unseren Bus und fuhren in Richtung Tolo. Auf der dreistündigen Fahrt herrschte, wie immer, eine lustige und entspannte Stimmung. Es wurde gesungen, gelacht und nach dem anstrengenden Vormittag auch geschlafen. Gegen 17 Uhr in Tolo angekommen, luden wir das Gepäck aus und erkundeten das Gelände: Wir fanden einen großen Pool mit Brücke vor, eine Poolbar, einen großen Essenssaal, eine schön gestaltete Hotellobby und einen wunderbaren Ausblick auf das Meer. Um den Abend ausklingen zu lassen, liefen wir zum Strand, schwammen oder entspannten, bis die Sonne sich im Meer niederließ. Wir kehrten eine halbe Stunde vor dem Abendessen wieder ins Hotel zurück. Dies war nötig, da das Wasser in Griechenland sehr salzig ist und wir uns so abduschen konnten. Um 20 Uhr gab es schließlich Abendessen: wiedermal aßen wir Nudeln und Hähnchenkeulen, aber auch Kartoffelsouflé und Salat. Wann genau geschlafen wurde ist unbekannt.

Freitag, 25.10.2019
Mykene, Nafplio

Der Freitag begann für viele mit einem morgendlichen Schwimmen im Meer bei Sonnenaufgang. Danach durften wir ein leckeres Frühstück im Hotel Paradise Lost genießen und konnten so energievoll in den Tag starten. Kurze Zeit später versammelten wir uns am Bus, um nach Mykene zu fahren. An der Burg angekommen, hörten wir mit Blick auf das berühmte Löwentor einen Vortrag zur Burg. In diesem erfuhren wir, dass die Mykene Burg, die von Heinrich Schliemann entdeckt wurde, aus einem Palast, der Agamemnon gehörte, und einer ganzen weiteren Stadt bestand. Eindruck machten die Burgmauern, die bis zu 14 Meter breit waren. Wir besuchten das Atreus Grab, wo der bereits angefangene Vortrag beendet wurde.Das Atreus Grab diente – wie der Name verrät – als Schatzhaus und Grab für den König Atreus und seinen Sohn Agamemnon. Nach unserem Mykenebesuch fuhren wir mit dem Bus nach Nafplio, um dort die 1000 Treppenstufen zur Palamidi Festung zu erklimmen. Nafplio war einst die Hauptstadt Griechenlands, in der sich noch heute eine spektakuläre Festungsanlage auf einem über 200 Meter hohen Berg befindet. Den Gipfel des Berges erreichten wir tatsächlich, wir genossen Aussicht und nutzten die Gelegenheit Fotos zu machen. Im Hotel wurden wir nach dem Essen mit der Mitteilung überrascht, dass wir gleich die Möglichkeit bekommen würden mit Tretbooten zu fahren. Auf den Booten nutzte jede Gruppe die Zeit anders. Die einen rutschten, die anderen hörten Musik und wieder andere genossen die letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages. Nach etwa zwei Stunden mussten wir die Boote auch schon wieder verlassen, da wir vorhatten die Stadt in der Umgebung des Hotels zu erkunden. Wir kamen an vielen kleinen Shops und Restaurants vorbei, zuletzt besuchten wir den Hafen, von dem aus am nächsten Tag ein Bootsausflug geplant war.Als wir uns später alle in der Lobby des Hotels versammelten, um gemeinsam zu Abend zu essen, machte sich bei einigen bereits ein Muskelkater resultierend aus dem 1000 Stufen Aufstieg bemerkbar. Wir ließen den Abend gemeinsam ausklingen und so endete ein weiterer erlebnisreicher Tag.

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Rio-Andirrio-Brücke (Γέφυρα Ρίου-Αντιρρίου)

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Mykene

Samstag, 26. Oktober 2019
Tolo

Der heutige Tag in Tolo begann für einige Frühaufsteher wieder mit einem morgendlichen Schwimmen bei Sonnenaufgang. Obwohl die Luft recht kühl war, haben wir den kurzen Ausflug zum Meer sehr genossen. Um acht Uhr trafen sich dann alle zum gemeinsamen Frühstück. Mit etwasVerspätung startete unser Bus nach Epidauros. Nach einer 45-minütigen Fahrt kamen wir trotzdem als die ersten Besucher in Epidauros an und gingen, begleitet von einigen Straßenhunden, direkt zum Theater. Dort machten wir einen ersten Akustiktest und sangen unseren Schulklassiker: Ad Maiorem Dei Gloriam. Absolut faszinierend ist die beeindruckende Akustik, die wohl durch den muschelförmigen Aufbau des Theaters zustande kommt, der im Theater von Epidauros erstaunlich gut erhalten ist. Anschließend gab es ein informatives Referat zu Theorie und Praxis des griechischen Theaters. Dieses entstand aus dem Dionysoskult; die griechische Schauspielgruppe bestand ursprünglich nur aus einem Chor und drei männlichen Schauspielern. Nach dem Referat erkundeten wir das Theater nochmal auf eigene Faust und führten einige wissenschaftliche Experimente in Form von Schauspieleinlagen und Klatsch-Kontests mit anderen Besuchern durch. Schließlich gab es noch das obligatorische Gruppenfoto auf der Orchestra. Dann ging es weiter zu den Tempeln für den Heilgott Asklepios, für den die Kultstätte Epidauros errichtet worden war. Dor thörten wir ein weiteres Referat, in dem uns wichtige Aspekte der antiken Medizin lebendig nähergebracht wurde. Demnach heilten die Ärzteim alten Griechenland nach der Vier-Säfte-Lehre, die besagt, dass die vier Lebenssäfte des menschlichen Körpers, also Blut, Schleim, schwarze und gelbe Galle, im Gleichgewicht gehalten werden müssen, um Gesundheit zu garantieren. Außerdem erfuhren wir etwas über den Hintergrund des Hippokrates-Eides, der auf jenen berühmten Arzt zurückgeht. Anschließend wanderten wir noch über das weitläufige Gelände der Kultstätte und statteten dem örtlichen Museum einen Besuch ab, um die schönsten der dort präsentierten Ausgrabungsstücke zu bewundern. Schließlich ging es mit dem Bus zum Hotel zurück. Wir teilten uns in kleinere Gruppen auf und besuchten ein Restaurant zum Mittagessen. Bis zum nächsten Programmpunkt gab es noch etwas Freizeit: wir schlenderten durch Tolo und machten Besorgungen. Um 14.30 Uhr trafen wir uns im Hafen und bestiegen in Begleitung von zwei griechischen Touristen die Argo, mit der wir eine Bootstour unternahmen. Eine halbe Stunde lang ging es an idyllischen Inseln vorbei, dann kamen wir zu einer einsamen Bucht. Dort sprangen wir vom Boot direkt ins Wasser, da das Boot nicht bis an den Strand fahren konnte. Das erforderte ein gewisses Maß an Konzentration, weil wir unsere Handtücher, Handys und wahlweise auch unser Picknick irgendwie trocken an Land bringen mussten – was nicht allen gelang! Nach einiger Zeit, die wir schwimmend, essend oder am steinigen Strand in der Sonne liegend verbrachten, brachen fast alle – wie ehedem Odysseus und seine Gefährten – zu einer verborgenen Höhle in einiger Entfernung auf.Auf dem Weg trafen wir auf mehrere (hochgiftige) Seeigel. Die Höhle dagegen war sehr schön, jedoch nicht ganz so geheimnisvoll, wie wir erwartet hatten. Sie wurde von einem scheuen Eisvogel und einem alten Seestern bewohnt. Zurück am Strand war es dann langsam Zeit die Rückfahrt anzutreten. Es gelang uns, alle unsere Sachen trocken zum Schiff zurück zu transportieren. Nach einem sehr viel schnelleren Rückweg kamen wir wieder im Hafen von Tolo an und verabschiedeten uns von der Crew. Um acht Uhr abends trafen wir uns wie gewohnt zu einem letzten Abendessen im Hotel Paradise Lost, das wie immer sehr lecker und sehr griechisch war. Danach verbrachten wir den Abend etwas ruhiger als sonst auf unseren Zimmern, bis wir dann nach und nach ins Land der Träume glitten.

Sonntag, 27. Oktober 2019
Korinth

„Der frühe Vogel fängt den Wurm“ – dieses Motto nahmen wir uns mit einem morgendlichen Schwimmen im Meer wieder zu Herzen. Durch die Zeitumstellung konnten wir erstmals alle den Sonnenaufgang in Griechenland genießen. Das Frühstück, welches sich von Rührei bis hin zu Kuchen oder Würstchen erstreckte,wurde ausgiebig zelebriert. In gerade einmal zehn Minuten wurden sämtliche Koffer gepackt und zu George in den Bus geladen.

So begann unsere Reise zu dem nächsten großen Ziel Athen wie immer um 8.30 Uhr. Schon nach 45 Minuten landete unsere kleine gutgelaunte Reisetruppe beim ersten Tagesziel, dem erstaunlich gut erhaltenen Zeustempel in Nemea. Wir nutzten die Säulen direkt als idyllische Fotoobjekte und genossen dann das wunderbare Panorama. Einmal die Straße überquert, erreichten wir den Schauplatz der Nemeischen Spiele.Dank des großen Stadionplatzes und des langen Tunnels konnten wir uns schnell in das Gefühl eines Wettkampfes hineinversetzen. Noch ein Erinnerungsfoto im Tunnel und unser Bus brachte uns in weiteren 30 Minuten auf den Wegins antike Korinth. Dort suchten wir uns ein schattiges Plätzchen, um uns durch einen Vortrag über diesen Ort informieren zu lassen. So lernten wir verschiedene Herrscherpersönlichkeiten Korinths in unterschiedlichen Zeiten kennen. Der großartige Blick auf die Festung „Akrokorinth“ begeisterte uns. Bestaunt haben wir auch noch gut erhaltene Sehenswürdigkeiten wie den Apollon-Tempel, die „antikeShoppingstreet Lechaion“ sowie die Peirene-Quelle. In den kurzen Momenten, in denen die Touristenmassen verstummten, war sogar noch ein leises Plätschern zu hören. An einem netten kleinen Eisladen kamen wir nicht vorbei, zumal manche das Gefühl äußerten, das perfekte Preis-Leistungs-Verhältnis gefunden zu haben. Einige Mitschüler bildeten sich im Museum weiter. Pünktlich um 12 Uhr konnten wir dann unsere Reise zum berühmten Isthmos fortsetzen. Beim ausgiebigen Betrachten des ewigen Blaus, spürten wir unsere Mägen knurren. So saßen wir einige Minuten später beim original griechischen Autobahnimbiss und genossen die Heimatspezialität Pita.

Unser Busfahrer George beförderte uns dann zu unserem letzten Ziel: die Hauptstadt Athen. Die Zimmer wurden verteilt, die Koffer ausgepackt und das Hotel erkundet. Dann ging es auch schon weiter zu unserem nächsten Highlight: zum unbestritten schönsten Sonnenuntergang ganz Griechenlands. Diesen erlebten wir nach kurzer Busfahrt direkt neben dem Tempel des Meeresgottes Poseidon am Kap Sounion. Es gab viele Einzelfotos, die noch heute auf diversen Instagram-und WhatsApp-Accounts gefunden werden können, ferner entstand ein von der untergehenden Sonne angestrahltes Gruppenfoto. Bei Einbruch der Dunkelheit machten wir uns nach einem kleinen Tempelshop-Besuch mit hunderten Touristen auf den Weg zurück zum Bus. Durch die Dunkelheit fuhren wir zur letzten Station des heutigen Tages: Zu jenem neuerbauten gläsernen Läufer, der den Marathonlauf darstellen soll. Auf dem Fußweg zurück zu unserem Schlafdomizil fanden wir in einer netten Seitenstraße die perfekte Möglichkeit, den Tag mit einem Abendessen ausklingen zu lassen. Gestärkt legten wir noch die 2,5km zu unserem Hotel zurück. Dort stellten uns Frau Rabl und Herr Bunzel auf der idyllischen Dachterrasse noch das Programm für den nächsten Tag vor.Früher oder später schlief jeder in Dankbarkeit für einen weiteren großartigen Tag ein.

Montag, 28.10.2019
Athen

Um 08.00 Uhr morgens startete der Tag mit dem ersten leckeren Frühstück im siebten Stock des Hotels Evripides in Athen, von wir einen herrlichen Blick auf die Stadt hatten. Nachdem sich alle sattgegessen und fertig zum Aufbruch gemacht hatten, ging es los zum Kerameikos, dem berühmten Friedhof. Die erste Aufgabe dort –mit dem Preis eines Eises verknüpft -lag darin, eine der vielen Schildkröten, die dort leben, ausfindig zu machen. Nach kurzem Suchen fanden zwei Mitschüler die erste Schildkröte nahe dem Fluss Eridanos, der aber eher als Bach durchgehen konnte. Natürlich erhielt sie sofort einen Namen: Gabriela. Es folgte ein Referat über die wechselvolle Geschichte der Stadt Athen, die Entstehung der Demokratie und den Kerameikos.

Eine kurzer, aber schöner Fußweg durch die architektonische Vielfalt Athens führte uns zur Agora. Dort erkannten wir gleich die Stoa des Attalos, die im 2. Jh. v. Chr.von König Attalos II. von Pergamon erbaut worden war. Das 115 Meter lange und 20 Meter breite Gebäude beherbergt heute ein Museum, das wir natürlich auch besichtigten. In dem Museum befanden sich erstaunlich gut erhaltene Töpferwaren und Münzen. Danach ging es weiter zum Hephaistion, ein Tempel, der zwar nicht wie die Stoa des Attalos rekonstruiert, aber erstaunlich gut erhalten war. Der Tempel mit seinen 34 Säulen wurde im 5. Jh. v.Chr.erbaut und diente eine lange Zeit als Kirche. Hier berichteten zwei Mitschüler von den verschiedenen Arten von Säulen und demonstrierten didaktisch geschickt an Beispielen, wie man Ionische von Dorischen und Korinthischen Säulen unterscheiden kann. Um einen besseren Überblick zu haben, kletterten wir hoch auf den sogenannten Aeropag, von wo man nahezu ganz Athen überblicken kann. Von dort ging es direkt weiter zur Pnyx, wo die athenische Demokratie begründet worden ist. Dies konnten uns unsere beiden Lehrer näher erläutern, mit einem von ihnen vorbereiteten Vortrag. Darauf stiegen die beiden schnell auf die Rednertribüne, um ein Foto nachzustellen, das auf einer früheren Griechenlandfahrt entstanden war. Durch den anstrengenden, aber recht beeindruckenden Vormittag hatten alle Hunger bekommen und so suchten wir uns ein schönes Restaurant. Doch erst nach langem Warten hatten wir das Essen tatsächlich vor uns stehen. Anschließend gab es Zeit zur eigenen Verfügung, in der die meisten auf dem Athener Markt stöberten, Waffeln oder Eis aßen oder einfach die Sonne und die Ausblicke genossen. Als alle redlich erholt waren, begaben wir uns ins nächste Museum, das imposante „Museum of National Archaeology“.

Zurück im Hotel trafen wir uns im Frühstücksraum, um noch einmal auf die gesamte Reise zurückzublicken. Frau Rabl und Herr Bunzel hatten Zettel ausgelegt, auf denen wir die Möglichkeit hatten, unsere schönsten Erlebnisse, lustige Zitate und vieles mehr zu notieren. So fand der letzte Abend in Athen ein schönes, wenn auch ein bisschen wehmütiges Ende.

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Athen, Odeion

Dienstag, 29.10.2019
Athen, Abreisetag

Der Tag begann wie immer mit einem Frühstück um 8.00 Uhr. Die Aussicht aus dem 7.Stock unserer Bleibe entschuldigte für das Treppensteigen. Wir konnten die ganze Stadt überblicken und auch die Akropolis hatten wir fest im Blick. Es gab ein reichhaltiges Angebot an Leckereien, von griechischem Jogurt über Brot und Feta Käse war alles dabei. Gut gestärkt und hoch motiviert brachten wir unsere schnell zusammengepackten Koffer in den Luggage room und trafen uns dann um Punkt 8.30 Uhr in der Lobby unseres Hotels. Von dort setzten wir uns in Bewegung, um das Highlight der gesamten Griechenlandreise zu besichtigen: die Akropolis. Nach einem nicht ganz unanstrengenden Marsch und einem kurzen Exkurs über den Turm der Winde befanden wir uns endlich vor dem Eingang in das Gebiet des Heiligtums. Doch zu früh gefreut: Durch einen Computerfehler konnten uns die Verantwortlichen nicht die uns als Studiengruppe zustehenden Gratis-Tickets ausstellen. Nach weit über einer Stunde Wartezeit, in der unsere heroischen Lehrer nichts unversucht ließen und episch mit Lime-Scootern umherfuhren, beschlossen wir erst einmal in das architektonisch beachtliche Akropolis-Museum zu gehen. Nachdem einem Schüler dort sein Taschenmesser abgenommen worden war, verlief der Besuch glatt. Frau Rabl hatte uns in der Zwischenzeit die Karten für die Akropolis doch noch besorgen können. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem antiken Theater vorbei, ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns später noch erwarten würde. Stufe um Stufe, Schritt um Schritt, Meter um Meter bewegten wir uns zusammen mit einer nicht enden wollenden Welle an Touristen hoch in Richtung Propyläen. Als die Personenmassen durch die berühmten Tore quollen, stoppte allen der Atem. Zu unserer Rechten erhob sich ein gigantisches Bauwerk aus Stein und Gerüsten. Ohne Zweifel: Das musste der Parthenon sein. Auch die quirlige Menge an Besuchern konnte uns diesen magischen Augenblick nicht vermiesen. Nach und nach traten wir – staunend, die Münder weit geöffnet– durch die Säulen, die diese Konstruktionseit Jahrtausenden beschützt hatten. Wir pilgerten weiter zum Erechtheion, vor dem auch der berühmte, von Athene gestiftete Olivenbaum stand. Die Schüler alle und unsere Lehrer brauchten einige Zeit, um ihrer Verzücktheit Herr zu werden. Irgendwann aber waren sie dann doch bereit, einem weiteren informativen Vortrag ihr Ohr zu leihen.

Langsam begaben wir uns dann auch wieder auf den Rückweg. Die berühmten Steine im Rücken kraxelten wir von der Akropolis wieder hinunter. Unten angekommen verteilten unsere die gesamte Reise bestens leitenden Lehrkräfte Geld, welches wir in ein letztes,gepflegtes Mahl investieren sollten. Wir begaben uns fast ausnahmslos in das selbe Gasthaus, das uns auch am Abend zuvor den Magen gefüllt hatte. Unsere Lehrer brauchten offensichtlich eine Auszeit von uns, denn sie nahmen sich ihr Essen auf die Hand mit und tauchten im Athener Stadtleben unter. Nach der Stärkung (größtenteils gab es Pitas), gingen die Schüler in kleineren oder größeren Grüppchen noch ein letztes mal los, zum Shoppen oder um sich das moderne Athen anzugucken. Supermärkte, Modeketten, Krimskrams-Läden oder Souvenirshops – nichts war vor uns sicher. Ein letztes mal zweieinhalb Stunden Freiheit, bevor es wieder in die Schule gehen sollte. Hier erlebte natürlich jede Gruppe ihr ganz individuelles Abenteuer in der Stadt der Eulen (trotz des Namens hat nie jemand von uns eine der geflügelten Jäger entdeckt). Pünktlich um 14.45 Uhr waren alle in der Lobby unseres Hotels zurück.

Dann begann der letzte Teil dieser Reise. Wir nahmen unsere Koffer, unser Handgepäck, vielleicht die Hand eines dabei Stehenden und begaben uns zu unserem Bus, ein letztes Mal. Alle Koffer hat unser wundervoller Busfahrer George sachgemäß verstaut und danach begann sie, die letzte Busfahrt. Doch es war keineswegs eine Atmosphäre, die Traurigkeit widerspiegelte. Es gab passende Musik, es wurde lebhaft geplaudert und gelacht. Die Stunde Fahrzeit ging schnell vorbei. Ein letztes Mal stiegen wir aus unserem treuen Bus, der uns so gute Dienste geleistet hatte. Auch ein Gruppenphoto mit dem zuverlässigen Fahrer unseres Gefährts durfte nicht fehlen. Trotz der Sprachbarriere war er immer pünktlich, freundlich, zuvorkommend und nett. Egal ob er uns an seinem freien Tag zum Schwimmen fuhr oder früh morgens zu einer Kulturstätte: er war immer da.

Dann wurde auch schon das Gepäck aufgegeben und wir bewegten uns in Richtung Sicherheitskontrolle. Anschließend kam noch ein kurzer Abstecherin den Dutyfree Shop. Wir warteten alle, bis pünktlich um 18.00 Uhr der Zugang zum Flieger für uns geöffnet wurde. Über den Flug kann der Autor leider wenig erzählen, da ihn Morpheus, der Gott des Schlafes, in seine Arme genommen hat. Statt der üblichen Verspätung war der Flug sogar eine halbe Stunde früher als erwartet zu Ende. Als wir ausstiegen, traf uns ein Kälteschock: Vier Grad plus! Längeres Stehen an der Gepäckausgabe. Als wir dann alle unsere Koffer hatten, gingen wir aus der Halle des Wartens heraus und fielen unseren Familienangehörigen in die Arme.

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